Gesundheit und Ernährung

Buchempfehlung für Katzen- und Hundehalter: Von Dr. med. vet. Jutta Ziegler: Hunde würden länger leben, wenn... Schwarzbuch Tierarzt totgeimpft, fehlernährt, medikamentenvergiftet Eine Insiderin packt aus!   (geht um Hunde UND Katzen und nein, ich krieg nichts für die Werbung)


Unglaublich, wie die Pharma- und Tierfuttermittelindustrie in Gemeinschaft mit den von beiden Seiten reichlich gesponserten Tierärzten unsere Tiere fahrlässig oder sogar  vorsätzlich krank machen um dadurch einen reichen Absatzmarkt für verschiedenste "Spezialnahrung" und Medikamente zu schaffen. Es ist kaum vorstellbar! Aber völlig logisch und folgerichtig, wenn man das Buch liest und ein wenig drüber nachdenkt. Bei uns gibts jetzt außerhalb der Kittenzeiten: kein Fertigfutter mehr, keine künstlichen Nahrungszusätze, keine jährlichen Imfpungen und auch keine ständige Parasitenprophylaxe. Haben wir Kitten, gibts auch etwas Fertigfutter, damit diese im neuen zu Hause nicht erstmal 2 Wochen in den Hungerstreik treten. Es ist kein Haufen zusätzliche Arbeit roh zu füttern. Und es ist auch nicht ekliger, wenn man bedenkt, dass man es zwar jetzt mit rohem Fleisch, aber damit praktisch nicht mehr mit übel stinkenden, matschigen Haufen im Katzenklo zu tun hat. Es ist auch nicht schwer zu lernen, man muss kein Professor sein um eine Katze füttern zu können. Hier möchte ich gerne eine sicher etwas provokante Frage stellen... ernähren Sie sich und ihre Kinder absolut ausgewogen, nach individuell erarbeitetem Ernährungskonzept, mit diversen Supplimenten und mit Hilfe von Mikrogrammberechnungen? Nein? Leben Sie gut damit? Genau wie bei uns ist das auch bei der Katze gar nicht nötig, im Gegensatz zu uns Menschen ist die Katze sogar in der Lage zugeführte Aminosäuren umzubauen um die benötigten Vitamine daraus zu bauen, mit ganz wenigen Ausnahmen. Gewisse Grundkenntnisse der Materie sind durchaus ausreichend, um die Feinheiten KANN man sich kümmern, wenn man das gerne tut, man MUSS aber nicht unbedingt, in der Regel passiert das ganz von selber im Lauf der Zeit. Der Mensch möchte ein Raubtier zu seiner Gesellschaft halten... warum weigert er sich dann permanent, das Raubtier artgerecht zu füttern?  Will ich das Beste für meine Katze muss ich bereit sein, ihr das zu geben, was ihrer natürlichen Ernährungsweise am ehesten entspricht. Und das ist definitiv NICHT tot gekochtes Getreide mit ebenfalls tot gekochtem Schlachtabfall, Tierkadaver und Mehl von Hühnerfedern, Mehl von Kadavern die vom den Schlachtbetrieben als Sondermüll entsorgt werden müßten wenn sie nicht die Futtermittelhersteller gratis abholen würden wegen Krankheits- Eiter- und Medikamentenbelastung, dazu gehören keine künstlichen Vitamin- und Antioxidantienmischungen die zugesetzt werden müssen weil die von Natur aus vorhandenen durch die massive Behandlung abgetötet worden sind. Der Rinderwahn hat uns gezeigt was passieren kann, wenn Tiere wider die Natur gefüttert werden! Viele Futtermittel werben sogar explizit mit Inhaltsstoffen, die für eine Katze toxisch, also giftig sind, Tomate und diverse Kräuter zum Beispiel. Die Katze frißt in der Natur 97% Frischfleisch und ca. 3% pflanzliche Bestandteile die z.B. im Magen der gefressenen Maus vorhanden waren. Dann braucht sie auch keine ständige  Parasitenbehandlung, keine jährlichen Impfungen (deren Sinn ich stark anzweifle) und keine diversen Spezialfuttersorten wie Diät- und rasseangepasstes Futter. Es gibt "draußen" keine extra Maus für Maine Coons, Kitten oder für Kastraten.  Die roh gefütterte Katze bekommt  viel seltener Nierenversagen,  Harnsteine, oder Allergien, und ist in der Lage mit natürlich vorhandenen Erregern wie z.B. Salmonellen selbständig fertig zu werden ohne Schaden daran zu nehmen. Lest das Buch und informiert euch! Eure Katze wird es euch danken.


Ich verlange nicht von all meinen Kittenkäufern, unsere Babys ausschließlich roh zu füttern, denn das ist ein Weg für den man sich bewußt entscheiden muss nachdem man sich mit der Thematik auseinander gesetzt hat.  Aber ich freue mich über jeden, der  sich seiner Katze zuliebe mit dem Thema beschäftigen mag und dann vielleicht zur selben Meinung  kommt. Beim Start in die Rohfütterung bin ich jedem meiner Kittenkäufer sehr gern behilflich. Und ich bitte euch, fürchtet euch nicht davor! Ob ihr nun eine eklige Dose auskratzt oder eine Packung Rohfleisch in die Schüssel kippt macht vom Aufwand keinen großen Unterschied. Stinkt halt weniger :) und statt diviersen industriellen Leckerchen ohne Nährwert, hergestellt auf der Grundlage einer Substanz die vergleichbar ist mit Tapetenkleister, und die nur geliebt werden weil so schön viele künstliche Aromen zugesetzt sind,  könnt ihr auch mal einen Löffel voll Muscheln zum  Fleisch geben oder ein paar frische (katzenfreundliche!) Kräuter beimischen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die überwiegende Mehrheit der Katzenhalter sich vor frischem Fleisch mehr ekelt als vor den stinkenden Futterdosen. Es hat schon seinen Grund, warum das Zeug so mieft und sensorisch nicht mal ansatzweise an Fleisch erinnert. Man kann sich das rohe Fleisch als Frostfutter ganz bequem nach Hause liefern lassen.   Klar ist die Rohfütterung kostenintensiver, vorallem, wenn man nur ein oder zwei Katzen hat und Miniportionen bestellen muss, bei denen der Kilopreis gleich mal das Dreifache ist.  Portioniertes Einfrieren ist dafür eine praktische Lösung. Da wir die Verantwortung für die Katze übernommen haben, sollte es uns auch ein Anliegen sein, sie nicht möglichst billig, sondern möglichst artgerecht zu ernähren. Wenn die ausschließliche Rohfütterung finanziell einfach nicht "drin" ist, oder man sich nur schwer zum Umgang mit  Rohfleisch überwinden kann, sollte es doch jedem Katzenhalter möglich sein, der Mieze wenigstens 2-3x wöchentlich eine kleine Ration Frischfleich anzubieten. Hühnerherzen z.B. gibts in größeren Märkten für ca. 1,69 pro 500g in der Gefriertheke,  die Packung reicht für 3 - 4 Portionen und die Herzen sind prima portionierbar, man muss sie auch nicht weiter verarbeiten denn die Größe ist bereits ideal.


Man hört ständig von Verdauungsproblemen bei der Katze. Viele haben permanent Durchfall, sind ständig von  immer wiederkehrendem Wurmbefall oder Giardien geplagt, oder entwickeln diverse Futtermittelunverträglichkeiten. Der Durchfall ist meist vorbei wenn die Katze eine Weile natürlich ernährt wird und der Darm das zu verarbeiten hat, wofür er von der Natur geschaffen wurde. Würmer können sich nicht dauerhaft in der aggressiven Darmflora der rohgefütterten Katze halten und werden erst gar nicht zum Problem, für Giardien gilt das Selbe. Der Verdauungstrakt der Carnivoren (Fleischfresser) ist kurz und deshalb darauf angelegt, schnell und aggressiv zu arbeiten. Die Ideale Voraussetzung für Rohfleisch. Im Gegensatz dazu verdaut der Pflanzenfresser gemächlich und lange, auf einer vielfachen Länge des Darmes. Bekommt nun aber der Fleischfresser zu wenig oder kein Rohfleisch, kann dem überwiegend pflanzlichem Futterbrei auf der kurzen Strecke nicht genug verwertbares Material entzogen werden, große Mengen müssen gefressen werden, und kommen teilverdaut in ebenfalls großen Mengen wieder zum Vorschein.  Futtermittelunverträglichkeiten, ein weiteres, inzwischen übliches Problem,  gelten fast ausnahmslos  für das industriell verarbeitete Produkt. Eine Katze, die auf industrielles Futter mit Rind, Huhn oder Fisch allergisch reagiert, tut das noch lange nicht wenn sie  frisches Fleisch von den selben Tieren bekommt.  Spart euch das schweineteuere Allergikerfutter und kauft lieber beim Metzger ein! Und fragt diesbezüglich nicht ausgerechnet den Tierarzt um Rat, der in der Regel den Teufel tun wird und euch die Rohfütterung empfehlen wird. Ihr braucht keine ständige Wurmkur mehr von ihm, es gibt keine aufwändigen Allergietests, keine langwierige Parasitenbehandlung, er verkauft keine teuren Futtermittel (Gewinnspanne ca. 30%) mehr an euch und bekommt keine entsprechenden Zuckerchen mehr von der Pharmazie oder den Tierfutterherstellern. Schlicht, er wird für  euch für lange Zeiten überflüssig, solang eure Katze nicht grade in ein Auto läuft und halbwegs überlebt. Warum also sollte der Tierarzt zur Rohfütterung raten? Wenige einzelne  tun es dennoch. Diese wenigen haben sich weitergehend informiert und sich eine eigene Meinung gebildet, anstatt den vorgekauten Quatsch kritiklos zu übernehmen. Und deren erstes Ziel ist das Wohlbefinden unseres Tieres, nicht die maximale Füllung der eigenen Geldbörse.  Ich gönne jedem Tierarzt von Herzen gern seinen verdienten Lohn wenn er meinem Tier behilflich ist. Aber nicht, wenn er mein Tier krank doktert um seinen Profit zu maximieren. Ich habe das große Glück einen Tierarzt zu haben, der NICHT auf  Teufel komm raus profitmaximierend arbeitet, sondern auch klar sagt, in welchen Punkten man sein Geld besser anderweitig verwendet (Beispiel: die überflüssige Corona-Impfung).


Eine Bitte an meine Kittenkäufer:



Schiebt den Gedanken nicht achtlos beiseite, sondern lest das Buch und bildet euch euer eigenes Urteil!





HCM1  und weitere Erkrankungen



HCM = Hypertrophe Kardiomyopathie ist eine nicht nur, aber insbesondere  bei Maine Coon Katzen häufig vorkommende Herzkrankheit, die evtl.  schon in jungen Jahren zum Tod führt. Ein Gentest für die entsprechende Mutation ist verfügbar und sollte bei Zuchtkatzen gemacht werden. Das Ergebnis kann dabei entweder HCM/HCM , HCM/N oder N/N sein. Ein Zuchttier sollte nach Möglichkeit  N/N sein, also von beiden Elternteilen NICHT die Veranlagung für HCM geerbt haben. Eine Katze, die HCM/HCM ist, vererbt die Mutation zu 100% an ihre Nachkommen. Ist sie HCM/N beträgt die theoretische Wahrscheinlichkeit noch 50%. Ist sie N/N, ist die Mutation nicht vorhanden und kann auch nicht vererbt werden. Bei reiner Zucht mit N/N Elterntieren sind die Kitten zu 100% auch N/N, haben also kein Risiko, die vererbbare Mutation für HCM1 zu tragen. Trotzdem kann es im Einzelfall vorkommen, dass eine genetisch gesunde Katze eine pathologische HCM entwickelt. Es gibt viele (durchaus auch nicht genetische) Möglichkeiten, wie ein Herzmuskel zu Schaden kommen kann (Bluthochdruck oder Diabetes z.B. ). Wäre aber bei nicht genetischer Ursache genau wie z.B. ein Beinbruch nicht vererbbar (Gentest negativ, Befund im Schall positiv). Trotzdem sollte natürlich das betroffene Tier nicht (mehr) zur Zucht eingesetzt werden. Auch wenn es die Krankheit nicht vererben kann, ist der Zuchteinsatz doch eine körperliche Belastung, die einem herzkranken Tier nicht zugemutet werden sollte. Es gibt zwei weitere bekannte HCM Defekte, die allerdings anderen Rassen zuzuordnen sind.  Der Gentest kann folgende Ergebnisse bringen:



n/n = das getestet Tier ist anlagefrei, hat also von beiden Elterntieren NICHT die  krank

machende  Mutation geerbt, wird nicht daran erkranken  und kann sie zu 0% vererben.

Nachdem  HCM  ein  Herzmuskelschaden   ist,  kann  eine   HCM  dennoch   aufgrund

anderer, auch nicht genetisch bedingter,  Ursachen im Lauf des Katzenlebens entstehen.


hcm/n = das getestete Tier hat von einem Elternteil die  Mutation für HCM geerbt, vom

anderen  nicht.  Das  Tier  kann  an  HCM  erkranken und  die Mutation  vererben. Das

Risiko    für    die    Nachkommen,   die    Mutation   von  diesem  Elternteil   zu   erben,

liegt  statistisch  bei  50%.  Was  nicht   heißt,  dass  50%  der  Nachkommen  erkranken ,

sondern  dass  sie  das  Risiko  tragen  evtl. zu  erkranken. Einfache Trägertiere  können

vorübergehend  in  der  Zucht  bleiben  um  hcm freien Nachwuchs heranzuziehen und

weiteres  wichtiges  Genmaterial  nicht  ersatzlos  zu  verlieren, sollten aber ausscheiden

sobald aus der Linie anlagenfreie Nachwuchstiere  für die Weiterzucht hervorgegangen

sind.


hcm/hcm = das  getestete  Tier  hat  von  beiden  Eltern  die  Mutation für HCM geerbt,

die  Wahrscheinlichkeit,   dass  es  frühzeitig  erkrankt,  ist   sehr  hoch.  Es   vererbt  die

Anlage  zu  100%  an  seine  Nachkommen.  Selbst  bei einer Verpaarung mit einem n/n

Partner   sind   alle   Nachkommen   hcm/n.   Mit   einem   hcm/hcm  Partner   sind   alle

Nachkommen  100% hcm/hcm.  Auch  diese  Tiere  sind  in  der  Regel  beim  Schall mit

1   oder  2   Jahren    noch   unauffällig   und   verbleiben   als   gesund   in   der   Zucht!!!

Die  Verpaarung von  zwei  hcm/hcm  Partnern   gehört    meiner   Meinung   nach    mit

     einem   Zuchtverbot   belegt.



Es gibt zwei Möglichkeiten des HCM Nachweises. Gentest, und Ultraschall. Beides hat seine Befürworter. Beim negativen Schall kann die Katze trotzdem die Krankheit vererben, wenn sie genetisch vorhanden, aber noch nicht offensichtlich ist. Beim negativen Gentest ist dieses Risiko für die getestete Mutation nicht vorhanden. Nun gibt es vielfach auch die Ansicht, der Gentest wäre sinnlos bzw. überflüssig, weil es ja über 150 Gene gibt, die mit HCM in Zusammenhang gebracht werden könnten. Außerdem gibt es Auslöser, die nicht genetisch bedingt sind. Gerade für die Maine Coon ist aber überwiegend die Mutation A31P (HCM1) relevant, welche für rund 80% der HCM Erkrankungen bei der Coonie verantwortlich ist. Diese Mutation kann man testen. Nicht genetische Ursachen testet der Gentest natürlich nicht, diese sind aber auch nicht vererbbar. Es macht für mich keinen Sinn, die Aussagekraft des Testergebnisses zu schmälern, indem man 100% Sicherheit durch die möglichen genetischen Anlagen teilt und somit auf eine Aussagekraft von unter 1% herunterrechnet. Ich habe mit dem Test eine rechnerische Zuverlässigkeit von 80%, dass meine negativ getestete Katze keine HCM bekommen wird,  mehr ist nach heutigem Stand der Wissenschaft nicht möglich.  Es gibt HCM positive Katzen, die nie im Leben pathologische Symptome entwickeln. Reinerbigkeit scheint allerdings das Risiko des Erkrankens deutlich zu erhöhen, wie auch die sehr früh diagnostizierten Fälle bei Katzen unter einem Jahr fast ausschließlich reinerbige Katzen sind. Seltsamerweise sind es oft gerade die Züchter der sehr großen Maine Coon Exemplare, die den Gentest vehement ablehnen, wie die Katze um den heißen Brei herum schleichen um sich aus der Affaire zu ziehen, und mit wohlklingenden Worten verdrehte Argumentationsketten liefern und ausschließlich den Schall zur Diagnose nutzen. Warum wohl? Evtl. weil es durchaus einen Zusammenhang zwischen den auf Maximum hochgepushten Katzen und dem gehäuften Auftreten von HCM gibt?  Wer einen 15 Kilo Kater sucht, kann von mir aus gerne wo anders hin gehen, Interessenten, denen das beeindruckende Gewicht ihrer Katze wichtiger ist als ihre Gesundheit, sind bei uns fehl am Platz und unerwünscht. Ich finde sie auch schön, diese Mega-Katzen, ganz klar. Aber ein gesundes Katzenleben ist mir doch wichtiger als die zweifellos beeindruckende Optik. Ich denke aber, ein Kater mit 8 - 10  Kilo ist auch schon ein imposantes Wesen und groß genug.  Leider ist die Mutation inzwischen in der Maine Coon Population durch den viel zu begrenzten Genpool derart häufig, dass ein sofortiges Ausscheiden aller Trägertiere evtl. den Zusammenbruch der Maine Coon Zucht an sich bedeuten würde. Es sind nun die Züchter in der Pflicht, für Auswege aus der Sackgasse zu sorgen und frisches Genmaterial OHNE die Mutation aufzubauen, bzw. Nachwuchs aus mischerbigen Verpaarungen zu testen und nur mit "sauberen" Tieren weiter zu züchten, damit das Problem langfristig eliminiert werden kann.   Ich freue mich zu sehen, dass inzwischen einige, auch namhafte, Catterys bestrebt sind, das Problem HCM anzugehen und hier schon  Erfolge zu verzeichnen sind. 


 

Das Thema HCM sorgt regelmäßig für Zündstoff in verschiedenen Personenkreisen, vor allem bei Züchtern untereinander. Ich bin nicht bereit, meine Ansicht darüber zu diskutieren, es liegt mir aber fern, Personen mit anderer Meinung anzugreifen, wie das in der Züchtergemeinde allgemein üblich ist. Gerade Züchtern ist viel daran gelegen, die Aussagekraft des Schalls zu bevorzugen, denn dann können viele  Trägertiere jahrelang als unauffällig  in der Zucht behalten werden und viele hübsche, aber möglicherweise kranke Babys produzieren. Es ist übrigens nicht korrekt, eine negativ geschallte Katze als n/n zu bezeichnen. Lediglich "negativ geschallt" darf dann verwendet werden. Denn n/n kann nur der Genetest bestätigen (n  steht für normal, also Wildtyp, und es ist jeweils ein Alleel von der Mutter und eins vom Vater vorhanden, darum muss  zwei mal n stehen um den Nachweis zu haben, dass der Gendefekt nicht im Körper vorhanden ist.  Nachkommen von  zwei n/n Elterntieren sind in aller Regel  immer auch  n/n, die Befunde der Eltern sind also durchaus ausreichend. Spontane Mutationen allerdings können theoretisch aber niemals zu 100% ausgeschlossen werden, auch wenn die Wahrscheinlichkeit verschwindend gering ist.


 

Der Kardiologe verdient an jeder einzelnen Zuchtkatze, die bei ihm jährlich geschallt wird, während ihrer Zuchtlaufbahn mindestens 1000 Euro. Die Kardiologen haben ein relativ großes Einzugsgebiet, denn sie sind eher dünn gesät. Fallen dem Kardiologen (bzw. Tierarzt) 100 Zuchtkatzen als regelmäßige Kunden aus, weil sie n/n gengetestet wurden, verliert er dadurch 100.000 Euro! Der Schall bietet jährlich ein Millionenpotenzial für "die Fachleute", es ist natürlich in deren Interesse, die Notwendigkeit mit (natürlich unabhängigen *grrrr*) Studien zu belegen. Es gibt auch andere Studien, die zu völlig anderen Ergebnissen kommen, z.B. die der Labore (wobei natürlich auch das Labor das Interesse hat, Tests durchzuführen, ganz klar).Völlig interessensfrei unabhängige Studien gibt es in der Regel gar nicht, denn die Studie und deren Auswertung muss bezahlt werden, und das tut nur derjenige, der ein Interesse an einem Ergebnis in seinem Sinne hat.  Ich kann als Züchter keine Garantie geben, dass unsere Abkömmlinge niemals eine HCM entwickeln werden, genau wie ich nicht garantieren kann, dass sie niemals in ein Auto laufen oder sich kein Bein brechen. Ich kann nur versuchen ein Maximun an Sicherheit mit Hilfe der Gentests zu erzielen. 


Den Test auf SMA (spinale Muskelatrophie) halte ich für weniger relevant, da  SMA anders als HCM auch nur bei reinerbigen Tieren auftritt (rezessiv)  und mischerbige Tiere nicht erkanken. Getestet wurden unsere  Deckkater Tapsy, Angelo, Jamie, Rocco,  Falco, Chio, Sultan und Rio alle   sind  n/n, haben also den Gendefekt nicht,  somit erübrigen sich derzeit eigentlich  Tests bei den Mädels.  Zwischendurch wird bei Laboklin allerdings ein Testpaket Erbkrankheiten Maine Coon angeboten in dem der SMA Test enthalten ist, dieses Testpaket nutzen wir natürlich auch, bisherige Ergebnisse waren stets n/n.


PKD (polyzystische Nierenerkrankung) ist eigentlich eine typische Perser-Krankheit die dort bei ca. 25% der Katzen auftritt und für das frühzeitige Versterben der Katzen (insbesondere Kater) an Nierenversagen verantwortlich ist. Durch frühere, offenbare oder heimliche, Perser-Einkreuzungen wurde PKD inzwischen auch in der Maine Coon Population festgestellt. Getestet wurden Deckkater Virgin,  Chio, Sultan und Rio, Ergebnis  n/n, wobei dieser Test m. E. n. wenig Sinn macht, denn er ist nur für perserartige Katzen validiert und somit würde ein positives Ergebnis nicht nur die Erkrankung, sondern vermutlich auch eine Persereinkreuzung belegen.  Für die Rasse Maine Coon ist ein solcher Test noch nicht vorhanden.  Selbst eine Maine Coon mit PKD würde beim Test evtl.  als sauber durch gehen, weil sie eben halt keine Perser ist und der Test nur bei  Perserartigen einwandfrei funktioniert.


Alle unsere Katzen sind frei von PL (Patella-Luxation, bzw. heraus springende Kniescheiben) und HD (Hüftgelenksdysplasie).


FeLV, FiV, FPV, FHV usw.  testen wir gelegentlich  in Stichproben, bisher immer negativ.   Zufällige Auswahl der Testkandidaten. Letzte große Testreihe an   Hushpaws Macchiato. Chlamydien PCR  negativ. Herpes PCR negativ. Calicivirus PCR negativ. Bordetella  PCR negativ. Parvo PCR negativ.   Letzte Kotuntersuchunen   im August 2018, Mischkot Kitten: Giardia negativ, Parasiten (Wurmlarven, Proglottiden, Amöben, Lamblien, Kokzidien und andere pathogene Protozoen) negativ. Salmonellen negativ. Campylobacter negativ. Yersinien negativ.  März 2019, getestet wurde Soraya Nikita, 5 Monate alt:  Felines Parvovirus (Katzenseuche)  negativ, Giardia negativ, Parasiten (Wurmeier, Wurmlarven, Proglottiden, Amöben, Lamblien, Kokzidien und andere pathogene Protozoen) negativ. Kultur Clostridien negativ. Wir testen  nicht immer das Selbe sondern variieren immer etwas. 


Bei uns wird nicht grundsätzlich jede Katze auf alles getestet, es muss schon auch Sinn machen. Es macht z.B. keinen Sinn, die Nachkommen von HCM n/n Elterntieren auf HCM zu testen, denn diese können genetisch nichts anderes als n/n sein. Wann welcher Test im Interesse meiner Zucht Sinn macht, und wann nicht, entscheide ich nach freiem Ermessen.  Konstruktive Kritik nehme ich gerne an, vorausgesetzt, dahinter steht eine unwiderlegbare Argumentationskette. Aus dem Internet gezogenes Halbwissen, persönliche Vorlieben oder hochmoralische Ansprüche, die von 99 % der Menschheit selber  nicht erfüllt werden können,  reichen mir als Argument allerdings nicht. Auch ich bin nur Mensch und Menschen machen Fehler. Im Sinne der Zucht garantiert nicht mit Absicht. Dennoch ist der Weg der Zucht ein immer währendes dazu lernen und der Weg ist nie zu Ende, es ist also durchaus möglich, dass sich die Ansichten eines Züchters zu bestimmten Themen im Lauf des Wissenszuwachses und evlt. neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse im Lauf  der Jahre verändern.   


Insgesamt sind alle Testergebnisse, außer den Gentests welche dauerhaft Bestand haben, immer nur Momentaufnahmen vom Zeitpunkt der Probenentnahme.  Was genetisch getestet wurde kann ich garantieren, Infektionskrankheiten, Keime, Viren, Bakterien, Parasiten  aller Art, bzw. das Fehlen dieser, kann ich NICHT garantieren, denn ich bin kein Hellseher.  Ich kann  heute nicht sehen ob mir der Besucher von gestern oder die von der Katze  gefressene Mücke einen Keim mit ins Haus gebracht und auf ein Tier übertragen hat, dieses Risiko ist einfach nicht ausschließbar.   Mensch und Tier leben mit einer Vielzahl an Keimen in Harmonie, ohne Bakterien wären wir z.B. überhaupt nicht lebensfähig.  Es kann aber auch passieren, dass ein Keim welcher Art auch immer ein einzelnes Tier krank werden lässt.  Dies sollte jedem Käufer eines Lebewesens bewusst sein.  Ist man nicht bereit  dem Leben Leben zuzugestehen, sollte man von der Anschaffung eines Haustieres absehen und statt dessen lieber auf  desinfizierbare oder bei Kochwäsche waschbare  "Hausgenossen"  setzen. Mit dem Kauf eines Haustieres erwirbt man kein Anrecht auf Perfektion, perfektes Leben kann man nicht erkaufen. Wir Züchter tun unser Bestes,  gesunde, starke Tiere abgeben zu können.  Und meistens gelingt uns das auch.  Eine 100% Quote schafft aber kein Züchter auf Dauer. Genau wie kein Arzt jede Krankheit heilen, oder keine Hebamme nur gesunde Kinder auf die Welt holen kann. Keiner sagt dann, das ist die  Schuld des Arztes oder die Schuld der Hebamme. Aber der Züchter ist immer schuld wenn ein Tierchen nicht lebenslang perfekt ist :) Warum? Weil man für das Tier ja schließlich Geld bezahlt hat.








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