Begleitschreiben

Ein Kätzchen zieht ein!

 

Beim Einzug einer jungen Katze gibt es einige Dinge, die Sie beachten sollten. Einiges davon wurde im Vorgespräch bereits besprochen, weil man sich aber nicht immer jedes Detail eines Gespräches merken kann, und vermutlich auch nicht immer jeder einzelne Punkt zur Sprache kommt, haben wir hier ein Begleitschreiben zum Einzug Ihres Kätzchens erstellt.

 

Die kleine Katze sollte schon beim Transport nach Hause auf jeden Fall in einer sicheren Box untergebracht sein, leicht könnte es sonst passieren, dass sie z.B. beim Zwischenstopp für eine Toilettenpause aus dem Fahrzeug huscht und weg läuft. Essen und Trinken muss sie während der Fahrt nicht, es sei denn, sie fahren mehr als 3 Stunden und es ist heiß im Fahrzeug, dann sollte zwischendurch Wasser angeboten werden, natürlich nur im Auto mit geschlossenen Türen. Zugluft im Auto ist unbedingt zu vermeiden, auch eine in Richtung Box blasende Klimaanlage kann dem Zwerg schaden. Ist Kühlung des Fahrzeuginnenraumes erforderlich, sollte die Box so lange mit einem Handtuch abgedeckt werden.

 

Auto fahren sind die Kleinen nicht gewöhnt, es kann passieren, dass sich ein Kätzchen übergibt oder so stark unter Stress gerät, dass es vor Aufregung in die Box macht. Es wäre ratsam, eine Wechselunterlage und feuchte Tücher dabei zu haben. Falls so etwas passiert, darf die Säuberung nur bei geschlossenen Fahrzeugtüren stattfinden! Falls Sie zwei Boxen besitzen macht es Sinn, die Zweite dabei zu haben, um das Kleine mal eben umsetzen zu können. Meistens aber schlafen die Kleinen einfach während der Fahrt.

 

Im neuen zuhause angekommen sind die meisten Kätzchen neugierig und schauen sich bald um. Macht Ihre Katze das nicht, und verkriecht sich erstmal, lassen Sie sie. Es wird nicht lange dauern, bis die Neugier siegt und das Kleine angelaufen kommt. Für den Anfang ist es genug, wenn die Katze EINEN Raum zum Kennenlernen hat. Nicht gleich das ganze Haus auf einmal. Am besten den, wo sich die Familie überwiegend aufhält. Dort platzieren Sie Mieze, Körbchen, evtl. Kratzbaum, Wasser, Futter, und Toilette. Ein paar Tage werden Sie das Katzenklo im Wohnzimmer schon ertragen. Fühlt das Kleine sich einigermaßen sicher und lässt sich bereitwillig anfassen, kann der Bereich erweitert werden. Das Katzenklo sollte dabei Stück für Stück weiter in die Richtung rutschen, wo es endgültig stehen soll, und von der Katze immer direkt gesehen werden, wenn sie es an der gewohnten Stelle sucht. Gleich nach der Ankunft wird das Kätzchen zuerst ins Katzenklo gesetzt damit es sofort weiß, wo es sein Geschäft verrichten darf. Passiert das versehentlich doch einmal außerhalb des Klos, Stelle gut sauber machen, trocknen, und das Klo direkt darauf stellen, es kann sein, dass sich die Katze den Platz merkt und erneut dort hin machen möchte. Bei uns stehen ausschließlich offene Katzenklos, haben Sie welche mit Haube, Klappe oder Einstieg wie in eine Höhle, erkennt das Kleine dies eventuell nicht sofort als Toilette und braucht etwas Anleitung.

 

Wenn das Kätzchen in den ersten Tagen sehr ruhig ist, ist das kein Krankheitsanzeichen. Das Kleine muss die Trennung von der Herkunftsfamilie und den Geschwistern verarbeiten und braucht ein wenig Zeit. Auch wenn es in den ersten ein oder zwei Tagen nichts, oder fast nichts, frisst oder keinen Kot absetzt, ist das völlig normal und erfordert keine Maßnahmen. Genau so normal ist es auch, wenn ein Kleines die ersten Tage viel miaut, es ruft nach allem was ihm vertraut ist. Möchten Sie ihr Kitten vom Tierarzt checken lassen, machen Sie das am besten direkt auf dem Heimweg nach der Abholung, so hat das Kleine nur einmal Stress. Das Aufsuchen einer Tierarztpraxis direkt NACH dem Umzug sollte soweit irgend möglich vermieden werden, denn das Immunsystem der Kleinen ist noch nicht vollständig entwickelt und wird durch den Stress des Umzuges erstmal heftig durcheinander gebracht. Das Kleine ist also in der ersten Zeit anfälliger für Krankheiten und Infektionen jeder Art und die Keime, Viren usw. die in einer Tierarztpraxis vorhanden sind können, obwohl sonst meist harmlos, bei einem neu umgezogenen Kätzchen ernsthafte Erkrankungen auslösen. Bedenken Sie auch, das Kätzchen ist nur gegen die bereits gewohnte Keimbelastung immun, auch die Schnupfen/Seuche Impfungen schützen nur bedingt! In jedem Haushalt liegt eine andere Keimpopulation vor. Das Immunsystem muss noch viel lernen und es können, wie beim Menschenkind welches neu in den Kindergarten kommt, stressbedingt kleinere Infekte auftreten. Beim Auftauchen irgendwelcher Krankheitsanzeichen ist es ratsam, erstmal den Züchter zu kontaktieren anstatt sofort in eine keimbelastete Arztpraxis zu fahren. In der Regel sollte Ihr Züchter helfen können, das Problem rasch, einfach und kostengünstig zu beheben. Sind Sie nicht bereit dieses Risiko in Kauf zu nehmen, sollten Sie sich ein ausgewachsenes Tier mit fertigem Immunsystem holen, kein Kitten. Ist ein Tierarztbesuch auch nach Rücksprache mit dem Züchter nicht zu vermeiden, bitten Sie telefonisch um einen Termin direkt zu Beginn der Sprechstunde, wenn noch keine anderen Tiere vorher da waren und ihre Keime verteilt haben.

 

Um das Immunsystem nicht sofort zu überfordern sollten Sie anfangs einige Dinge beachten:

 

1. Wer außer Haus war, fasst das Kleine erst an, wenn die Hände gewaschen sind.

 

2. In den ersten zwei Wochen wird das Kleine nur von der Familie angefasst.

 

3. Das Kätzchen bleibt vorerst im Haus und hat keinen Kontakt zu fremden Tieren, egal ob Hund oder Katze.

 

4. Haben Sie bereits Tiere die Viren ausscheiden, (aktueller oder kürzlicher Infekt, evtl. auch frische Impfung) müssen Sie mit einer Infektion des Kleinen rechnen! Besucher die Kontakt zu infektiösen Tieren haben könnten, bleiben draußen.

 

5. Die Schnupfen/Seuche Impfung bietet keinen absoluten Schutz! Mehr als 70% sind nicht zu erwarten. Kitten sollten darum nicht zu Katzen, die kürzlich erst einen Infekt überstanden haben oder frisch geimpft wurden, bis 14 Tage nach der Impfung können infektiöse Viren ausgeschieden werden. Durch die Impfung selbst wird im Körper eine Reaktion ausgelöst, ab und zu kommt es vor, dass ein Kätzchen darauf mit Fieber oder leichten Schnupfensymptomen reagiert, vor allem, da Zweitimpfung und Auszug auch relativ nahe beieinander liegen und der Körper auf Stress gern mit einem heruntergefahrenen Immunsystem reagiert. In der Regel ist das harmlos und reguliert sich nach ein bis zwei Wochen von selbst. In dem Fall bitte nicht vorschnell medikamentös eingreifen, eine verfrühte und evtl. nicht ideal durchgeführte medikamentöse Behandlung könnte langfristige Probleme nach sich ziehen.

 

6. Die gewohnte Ernährung sollte anfangs beibehalten werden. Möchten Sie umstellen, dann möglichst erst nach Ablauf von zwei Wochen und Schritt für Schritt, sonst müssen Sie mit Durchfallproblemen und einer schlechteren Immunabwehr rechnen. 80% des Immunsystems sitzen im Darm, läuft hier etwas schief, kann sich das auf viele andere Bereiche auswirken. Die ausschließliche Rohfütterung schützt ihre Katze in der Regel vor unliebsamen Darmgästen wie Würmern, Giardien usw. denn durch das Fehlen der Kohlenhydrate (die die Katze nicht braucht) ist die Darmflora sehr agressiv und eliminiert Eindringlinge eigenständig. Der Darm jedes Lebewesens ist naturgemäß mit einer Vielzahl von Bakterien besiedelt, dies ist richtig und wichtig. Gelegentlich kommt es vor, dass eine Bakterienart die Vorherrschaft übernimmt und dann zu Problemen führt. Häufig beruht das auf Fütterungsfehlern.

 

7. Das Kleine muss die Möglichkeit haben sich zurück zu ziehen, wenn es seine Ruhe haben will. Auch Kinder müssen das respektieren und dürden das Kätzchen nicht ständig aus den nötigen Erholungs- bzw. Schlafphasen reißen.

 

8. Wasser muss immer zur Verfügung stehen. Trockenfutter kann stehen gelassen werden, Nassfutter bitte nach einer halben Stunde entsorgen (vor allem im Sommer). Angebrochene Dosen im Kühlschrank aufbewahren und höchstens noch am nächsten Tag geben, Rest entsorgen. Frischfleisch ebenso. Milch kann gegeben werden, allerdings bitte laktosefreie, andere führt bei einigen Katzen zu Durchfall.

 

9. Die beste Ernährung für Ihre Katze ist die naturnahe, also Rohfütterung. Es kann Fleisch jeder Art gegeben werden, von allen Tieren, außer vom Schwein. (Toxoplasmose, Aujeszky-Virus!) Weitere Infos zur Rohfütterung gibt’s auf Wunsch gern vom Züchter, das würde hier den Rahmen sprengen.

 

10. Gefällt Ihnen die Häufchenkonsistenz ihres Kätzchens nicht, bitte mit dem Züchter Rücksprache halten. Weicher, breiiger Kot kann vor allem in Stresssituationen, bei Nahrungsumstellungen oder bei Futter welches die Katze nicht gut verträgt (Kohlenhydrate, Achtung, auch getreidefreies Futter enthält in der Regel Kohlehydrate z.B. von Reis/Mais oder Kartoffel) vorkommen und ist kein Durchfall der mit Medikamenten behandelt werden müsste, sondern mit Futterumstellung. Man kann im Darm viel falsch machen indem man vorschnell Medikamente einsetzt und richtet damit evtl. weit mehr Schaden als Nutzen an. Blindes Vertrauen zu Tierärzten ist grundsätzlich nicht angebracht, der Züchter kann ihnen oft nützlichere Informationen geben! Kommt ein (vermeintliches) Durchfallkätzchen zum Tierarzt, bekommt es zuallererst eine Wurmkur verpasst, auch wenn die Letzte erst ein paar Tage zurück liegt, der Züchter könnte ja gelogen haben. Viel hilft viel trifft bei Medikamenten aller Art allerdings in der Regel nicht zu. Jede Entwurmung ist Gift, sonst würde sie die Parasiten nicht töten! Das Gift greift Niere und Leber an und stört die Darmflora nachhaltig, vor allem bei zu schnell aufeinander folgender Verabreichung. Folgedurchfälle, die sich über Monate hin ziehen können, kommen dann schon mal vor. Ähnlich reagiert der Darm evtl. auf die Gabe von Antibiotika. Hier beginnt ein folgenschwerer Kreislauf! Durch Medikamentengabe ausgelöste Durchfälle werden mit immer neuen Gaben eben derjenigen Medikamente bekämpft und bleiben so hartnäckig erhalten, Entwurmungen und Antibiotikum wechseln sich ab, bis die Darmschleimhaut so gereizt ist, dass sich blutiger, schleimiger Stuhl entwickelt. In diesem Stadium ist der Körper auch nicht mehr in der Lage, Erreger und Parasiten abzuwehren, Würmer, Giardien und sonstiges Viechzeugs, welches ein gesundes Immunsystem allein in Schach hält, setzen sich fest und werden zum Problem, wodurch wieder erneute Durchfälle ausgelöst werden. Weitere Infektionen jeder Art können vom geschwächten Körper nicht mehr abgewehrt werden. Bitte steigen Sie nicht in diesen fatalen Kreislauf ein, der, im schlimmsten Fall, ihr Kätzchen das Leben kosten kann! Tierärzte schieben in solchen Fällen gerne die Verantwortung auf den Züchter ab und sagen, er hätte ihnen ein krankes, oder immunschwaches Kätzchen verkauft. Davon sind sie doch tatsächlich auch noch überzeugt, sie können (oder wollen) sich nicht eingestehen, dass sie selber oftmals die volle Verantwortung tragen mit dem übertriebenen und oft unbegründetem Einsatz der Schulmedizin. Hier möchte ich auf das auf meiner Homepage vorgestellte Buch in der Rubrik „Ernährung“ verweisen! Bitte tut euch und eurer Katze den Gefallen, und lest es. Sie haben ihren Züchter sicher mit Sorgfalt ausgewählt und hatten Vertrauen zu ihm, bitte vertrauen Sie ihm auch nach Übergabe des Kätzchens und wenden Sie sich an den Züchter, wenn ihnen irgend etwas an ihrer Katze nicht gefällt, der Züchter kennt seine Katzen besser als ein Tierarzt, der von Kittenaufzucht nicht wirklich viel Ahnung hat!

 

Eine große Gefahr für Katzen sind gekippte Fenster. Bitte lassen Sie niemals eine Katze unbeaufsichtigt in einem Raum mit gekippten Fenstern! Besser ist es, die Fenster mit einem Katzennetz zu sichern und zum lüften ganz zu öffnen. Sichern Sie bitte auch den Balkon mit einem Netz, damit die Katze nicht abstürzen kann. Viele Katzen neigen dazu, Plastikfolien anzuknabbern. Diese sind außer Reichweite der Katze aufzubewahren. Auch diverses, kleines Plastik- oder Gummi-bzw. Kautschukspielzeug von Kindern wird von Katzen gelegentlich angeknabbert und gefressen und kann schwere Folgen bis hin zum Darmverschluss haben. Bitte darauf achten! Ebenso ist bei Zimmerpflanzen auf ihre Ungiftigkeit zu achten. Ficus Benjamin oder Weihnachtsstern z.B. sind beliebte, aber für die Katze giftige Zimmerpflanzen! Giftig für die Katze, und darum zu vermeiden, sind auch verschiedene Lebensmittel wie z.B. Schokolade, Tomaten, Erbsen oder Weintrauben. Getreideprodukte aller Art (also auch Nudeln) können Durchfälle auslösen und stören die Darmflora nachhaltig.

 

Auch eine Katze, die ausschließlich im Haus lebt, kann (und wird) sich im Lauf ihres Lebens gelegentlich mit Parasiten, Viren und Bakterien verschiedenster Art plagen müssen. Die gefressene Fliege kann ihre Katze mit Wurmeiern infizieren, an den Straßenschuhen bringen sie verschiedenste Erreger wie z.B. Giardien mit ins Haus, Flöhe fragen nicht nach Erlaubnis, bevor sie ins Haus gehüpft kommen, auch der Hygienestatus ist diesen unliebsamen Mitbewohnern völlig egal, es ist keine Schande, wenn ihre Katze einmal Flöhe hat. Sie oder ihre Kinder bringen evtl. selber unbemerkt Krankheiten mit, Besucher können von ihren eigenen Tieren unbemerkt etwas übertragen. Nach dem Tanken, von Geldscheinen und Münzen, dem Griff des Einkaufswagens… immer besteht die Möglichkeit, dass diese und andere Dinge vorher von Personen angefasst wurden, die eine infektiöse Katze beherbergen. Fühlen Sie sich deshalb auch mit einer nur im Haus lebenden Katze niemals vollständig geschützt, das ist schlichtweg nicht möglich. Wie der Mensch auch, wird auch eine Katze gelegentlich mal den einen oder anderen Infekt zu verarbeiten haben, damit muss man als Tierhalter einfach bereit sein zu leben. Der Versuch, all dies auszuschließen, wäre erstens nicht erfolgversprechend und zweitens, falls doch, das größere Übel, denn ein Immunsystem braucht Training um hochtourig funktionieren zu können! Ein untrainiertes Immunsystem kann schon von einer Kleinigkeit schach matt gesetzt werden.

 

Auch wenn hier ein paar negative Aspekte erwähnt wurden, müssen Sie nun nicht gerade in ständiger Angst um ihre Katze leben. Genießen Sie ihr Kätzchen und die Liebe, die Sie von ihm erhalten werden. Eine Katze bringt viel Freude ins Haus, zwei davon noch mehr. Nach Möglichkeit sollte eine Katze nicht allein gehalten werden, und vor allem nicht den ganzen Tag allein zu Hause sitzen. Sind Sie voll berufstätig, sollte unbedingt eine Zweitkatze vorhanden, oder Freigang möglich sein. Freigang natürlich nur bei kastrierten Tieren. Die Kastration sollte idealerweise im Alter von 6-9 Monaten erfolgen, der Nachweis ist an den Züchter zu schicken, da sonst der Zuchtpreis für die Katze zu zahlen wäre, unabhängig davon, ob Sie nun tatsächlich züchten möchten, oder nicht. Auch bei einem einmaligen Wurf "aus Versehen" ist die Katze als Zuchttier zu betrachten und der Zuchtpreis fällig.

 

Mit etwa 4 Monaten verliert die Katze nach und nach das Milchgebiss und die zweiten Zähne kommen. Dieser Prozess kann bis zum 7. Monat etwa dauern. Wenn gerade ein Zähnchen durchbricht, und schon einige Tage vorher, kann es sein, dass die Katze Schmerzen im Mund hat und etwas unleidlich auf Streicheleinheiten im Gesichtsbereich reagiert. Auch verstärktes Speicheln sowie Rötungen des Zahnfleisches können vorkommen. Dies ist nicht behandlungsbedürftig und legt sich von selber wieder, wie beim zahnenden Menschenkind auch. Meist jedoch verläuft der Zahnwechsel völlig unbemerkt. Gelegentlich fällt auf, dass die Eckzähne plötzlich doppelt vorhanden sind. Die Milch-Eckzähne müssen in der Regel nicht vom Tierarzt gezogen werden, sondern fallen irgendwann ganz von allein heraus, auch wenn es gelegentlich dauern kann, bis die bleibenden Zähne schon fast ausgewachsen sind. Ersparen Sie ihrem Kätzchen diese unnötige Narkose. Auch wenn Tierärzte gerne mal zu dieser 2-Minuten-Operation raten. Einen Vortail davon hat in der Regel nur einer - der Tierarzt.

 

Im Alter von 7-10 Monaten werden Katzen langsam geschlechtsreif, die einen früher, die anderen später. Unkastrierte Kater können anfangen zu markieren, was sehr übel riecht. Spätestens dann sollte unbedingt die Kastration erfolgen. Kätzinnen werden rollig und laufen laut schreiend, tiefergelegt durchs Haus. Auch da ist es Zeit für die Kastration, um Folgeprobleme zu vermeiden. Eine unkastrierte Katze, die nicht gedeckt wird, wird irgendwann eine Dauerrolligkeit entwickeln, was zu körperlichen Schäden bis hin zu lebensgefährlichen Tumoren führt. Sollte bei einem Kater eine Einhodigkeit vorliegen (manchmal steigen Hoden erst später oder gar nicht ab oder ziehen sich wieder zurück, in der Regel sind aber beide angelegt) ist es wichtig, dass bei der Kastration unbedingt auch der nicht außen liegende Hoden entfernt wird, der Kater bleibt ansonsten wahrscheinlich potent und wird markieren! Außerdem kann auch der innen liegende Hoden entarten und krebsig werden, denn im Körperinneren ist es ihm zu warm. Die Standardbehandlung von Tierärzten, erstmal nur den sichtbaren Hoden zu entfernen und dann abzuwarten, ist mir völlig unbegreiflich, denn es wird dann aller Wahrscheinlichkeit nach in Kürze eine erneute Narkose und Operation erforderlich werden, bei der der fehlende Hoden entfernt werden muss.

 

Zur Impfung: Meine Eintellung zur Impfung untertscheidet sich in manchen Punkten von den Vorgaben der Impfstoffhersteller und Leitlinien der Tierärzte. Ich bin kein großer Freund von "so viel wie möglich". Meine eigenen Katzen erhalten nur ein Minimum an Impfungen, was auch in den Folgegenerationen zu einer natürlichen Stärkung des Immunsystems führt. Babys die ausziehen sollen, werden im Großen und Ganzen nach dem üblichen Standard geimpft. Allerdings nicht unbedingt begonnen mit 8 Wochen, sondern irgendwann zwischen der 8. und 10. Woche.

 

1. Impfung gegen Katzenschnupfen/-seuche abhängig von der Entwicklung der Kleinen, nicht von der Lebenswoche (RCP)

2. Impfung gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche 3-4 Wochen nach Erstimpfung

3. Impfung gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche ein Jahr darauf

Folgeimpfung mit 4 und evtl. noch eine mit 7 Jahren, dann nicht mehr

 

Wäre ich kein Züchter, gäbe es in unserem Haus keine Impfungen, weder ich noch meine Kinder sind standardgemäß geimpft, ich bin eigentlich ein strikter Impfgegner. Nachdem man dem Züchter aber bei fehlenden Impfungen ausschließlich Profitgier bzw. niedere Beweggründe unterstellt, werden die Kleinen eben entgegen meiner persönlichen Anschauung ordnungsgemäß 2x geimpft.

 

Tollwut impfen wir überhaupt nicht. Gründe: schlechte Verträglichkeit, deutlich höhere Komplikationsrate, insbesondere bei frühzeitiger Kombi-Impfung zeitgleich mit der 2. RCP, neuere Impfempfehlung erst ab der 16. Lebenswoche (da sind unsere Kitten meist ausgezogen), reine Wohnungshaltung bei unseren eigenen Katzen, seit 30 Jahren keine Tollwutfälle mehr in Deutschland, keine Abgabe unserer Kitten an Aussteller (da wäre die Tollwut Pflicht) Soll ein Kätzchen ins Ausland umziehen obliegt es dem Käufer sich mit den dort herrschenden Einreisebestimmungen vertraut zu machen und dies dem Züchter rechtzeitig mitzuteilen, nur wenn ich das vor der Erstimpfung weiß, kann den gesetzlichen Vorgaben Rechnung getragen werden.

 

Corona impfen wir ebenfalls nicht. Es gilt inzwischen als erwiesen, dass die Coronimpfung überhaupt keinen Sinn macht und die gefürchtete Mutation die zu FIP führt bei geimpften Katzen prozentual sogar häufiger auftritt als bei ungeimpften. Corona an sich ist ein harmloser Durchfallerreger und nicht gefährlich. Eine durchgemachte Infektion führt in der Regel zur Immunität, welche stabiler ist, als eine künstliche gespritzte Immunität. Die Gefahr der Mutation der Viren von Corona zu FIP scheint nach der Impfung höher zu sein als nach der (stabileren) natürlich erworbenen Immunität. Vor der tödlichen FIP schützt auch die Impfung nicht. In aller Regel waren Kitten zum üblichen Impfzeitpunkt längst einmal mit Coronaviren im Kontakt und eine Immunität ist gegeben. Mittlerweile wurde die Impfung sogar vom Hersteller wegen völliger Sinnfreiheit vom Markt genommen. Hat Ihr Tierarzt aber noch Restbestände, kann es gut sein, dass er sie weiterhin empfiehlt, bis der Bestand aufgebraucht ist. Erschrecken Sie nicht, falls sie im Lauf des Lebens ihrer Katze im Rahmen eines Blutbildes einen positiven Corona Titer feststellen. Dieser ist nicht nur bei einem akuten Infekt positiv, sondern auch nach einer Impfung oder nach einem durchgemachten Infekt mit anschließender Immunität und sagt somit rein gar nichts aus, ein positiver Corona Titer heißt nicht, dass die Katze FIP hat oder entwickeln wird. Genau genommen sagt er gar nichts aus.

 

 

Sollte Ihre Katze einmal krank werden, wägen Sie bitte gut ab, ob wirklich ein Aufsuchen der Tierarztpraxis unbedingt nötig erscheint. Die meisten kleineren Unstimmigkeiten, mal ein Durchfall, Fieber (bitte beachten: Die Körpertemperatur der Katze ist etwas höher als die des Menschen, 39° sind noch lange kein Grund zur Sorge) mal ein Erbrechen, mal ein paar Tage ruhigeres Verhalten, ein gelegentlicher Nießer usw. (wie der Mensch kann auch die Miez mal etwas kränkeln) können vom Immunsystem der Katze sehr gut allein bewältigt werden, wenn man sie einfach nur in Ruhe lässt, und für ein angenehmes Klima und ausreichend Futter- und Wasseraufnahme sorgt. In dem Fall würde der Praxisbesuch die Katze nur unnötigem Stress aussetzen, was die Symptome drastisch verstärken, die Abwehr dagegen verschlechtern, und das Vertrauen der Mieze in ihre Bezugsperson stören kann. Wenn es nicht gerade eine akute Notsituation ist, würde ich persönlich grundsätzlich eher erstmal zum Abwarten tendieren. Gibts sich das Problem nicht in kurzer Zeit (wenige Tage) wieder, bitte gern zuerst mit mir Rücksprache halten und sehen, ob ich helfen kann. Kann ich es nicht, werde ich natürlich das Aufsuchen des Tierarztes anraten. In akuten Notfällen ist natürlich immer umgehend der Tierarzt aufzusuchen! Etwa Luftnot nach Bienenstich im Mundbereich, Sturz aus großer Höhe, stark blutende Verletzung,... hier bitte nicht zögern, sondern sofort fahren! Sind Sie sehr beunruhigt und unsicher, ob es sich um einen Notfall handelt oder nicht, lieber fahren und abklären lassen. Sollte die Mieze einmal ein größeres Problem mit Parasiten egal welcher Art haben, spart euch den Umweg über diverse pflanzliche und alternative Behandlungsmöglichkeiten, dann hilft nur der Einsatz der chemischen Keule wirklich zuverlässig. So wenig ich davon begeistert bin... aber wenn nötig, dann nötig. Beratung zum Umgang mit Parasiten gern bei mir. Bitte beim "Hörensagen" von Hausmitteln bedenken: In der Regel helfen die Hausmittel nicht, bzw. nicht ausreichend, können aber trotzdem für Ihre Katze gefährlich werden. So sind ätherische Öle z.B. toxisch, also giftig, für die Katze. Auch die oft empfohlene äußerliche Anwendung von Lavendelöl, Schwarzkümmelöl usw. ist, ebenso wie die innere Anwendung von Knoblauch und anderen Alliumgewächsen, für die Katze giftig! Auch der beim Menschen gern empfohlene Kamillentee ist für eine Katze völlig ungeignet, sie verträgt ihn nur mit Glück.

 

 

Grundsätzlich kann ich als Züchter KEINE Garantie geben, dass Sie von uns eine absolut keim-viren-bakterien- oder parasitenfreie Katze erhalten, denn so ein Lebewesen gibt es nicht. Wir Züchter tun unser Möglichstes, Ihnen ein gesundes Tier übergeben zu können. Aber auch bei uns stellt sich die Bakterie nicht an der Haustür vor, bevor sie herein kommt und sehen können wir sie genau wie andere Menschen auch nicht. Wir sind nicht allmächtig und wie in jedem anderen Haushalt leben auch wir nicht mit unseren Tieren im Sauerstoffzelt, sondern unter ganz normalen Umweltbedingungen. Dies ist vom Käufer als naturgegeben zu akzeptieren, andernfalls bitte ich vom Kauf eines Tieres egal woher abzusehen.

 

 

Die wichtigsten Punkte denke ich sind gesagt. Für weitere Fragen stehe ich gern zur Verfügung. Bedenken Sie nur bitte, dass es auch in unserer Familie noch ein Leben neben der Zucht gibt und ich evtl. nicht jedes Telefonklingeln höre, oder Emails vielleicht auch mal erst am nächsten Tag beantwortet werden. In der Regel bin ich über Email oder Facebook leichter erreichbar als übers Telefon.

Die Cattery of Majesty Cashmeere wünscht ihnen viel Freude mit ihrem Kätzchen!