Testergebnisse

 

 

 

 

Testergebnisse - HCM, PKD, SMA - Beispiele, nicht vollständig

 

 

 

 

 

 

 

HCM1 und weitere Erkrankungen - INFO

 

 

HCM = Hypertrophe Kardiomyopathie ist eine nicht nur, aber insbesondere bei Maine Coon Katzen häufig vorkommende Herzkrankheit, die oft schon in jungen Jahren zum Tod führt. Ein Gentest für die entsprechende Mutation ist verfügbar und sollte bei Zuchtkatzen gemacht werden. Das Ergebnis kann dabei entweder HCM/HCM , HCM/N oder N/N sein. Ein Zuchttier sollte nach Möglichkeit N/N sein, also von beiden Elternteilen NICHT die Veranlagung für HCM geerbt haben. Eine Katze, die HCM/HCM ist, vererbt die Krankheit zu 100% an ihre Nachkommen. Ist sie HCM/N beträgt die Wahrscheinlichkeit noch 50%. Ist sie N/N, ist die Mutation nicht vorhanden und kann auch nicht vererbt werden. Bei reiner Zucht mit N/N Elterntieren sind die Kitten zu 100% auch N/N, haben also kein Risiko, die vererbbare Mutation für HCM1 zu tragen. Trotzdem kann es im Einzelfall vorkommen, dass eine genetisch gesunde Katze eine pathologische HCM entwickelt. Es gibt viele (überwiegend nicht genetische) Möglichkeiten, wie ein Herzmuskel zu Schaden kommen kann (Bluthochdruck oder Diabetes z.B. ). Wäre aber bei nicht genetischer Ursache genau wie z.B. ein Beinbruch nicht vererbbar (Befund im Schall positiv). Trotzdem sollte natürlich das betroffene Tier nicht (mehr) zur Zucht eingesetzt werden. Auch wenn es die Krankheit nicht vererben kann, ist der Zuchteinsatz doch eine körperliche Belastung, die einem herzkranken Tier nicht zugemutet werden sollte. Theoretisch möglich ist auch ein Defekt auf einem noch unbekanntem Gen, das ist aber bei der Maine Coon eher selten. Der Gentest kann folgende Ergebnisse bringen:

 

 

n/n = das getestet Tier ist anlagefrei, hat also von beiden Elterntieren NICHT die krank

machende Mutation geerbt, wird nicht daran erkranken und kann sie zu 0% vererben.

Nachdem HCM ein Herzmuskelschaden ist, kann eine HCM dennoch aufgrund

anderer, auch nicht genetisch bedingter, Ursachen im Lauf des Katzenlebens entstehen.

 

hcm/n = das getestete Tier hat von einem Elternteil die Mutation für HCM geerbt, vom

anderen nicht. Das Tier kann an HCM erkranken und die Krankheit vererben. Das

Risiko für die Nachkommen, die Mutation von diesem Elternteil zu erben,

liegt statistisch bei 50%. Was nicht heißt, dass 50% der Nachkommen erkranken,

sondern dass sie das Risiko tragen evtl. zu erkranken. Einfache Trägertiere können

vorübergehend in der Zucht bleiben um hcm freien Nachwuchs heranzuziehen, sollten

aber sobald als möglich ausscheiden.

 

hcm/hcm = das getestete Tier hat von beiden Eltern die Mutation für HCM geerbt,

die Wahrscheinlichkeit, dass es frühzeitig erkrankt, ist sehr hoch. Es vererbt die

Anlage zu 100% an seine Nachkommen. Selbst bei einer Verpaarung mit einem n/n

Partner sind alle Nachkommen hcm/n. Mit einem hcm/hcm Partner sind alle

Nachkommen 100% hcm/hcm. Auch diese Tiere sind in der Regel beim Schall mit

1 oder 2 Jahren noch unauffällig und verbleiben als gesund in der Zucht!!!

Diese Anlage gehört meiner Meinung nach zwingend mit einem Zuchtverbot belegt.

 

 

Es gibt zwei Möglichkeiten des HCM Nachweises. Gentest, und Ultraschall. Beides hat seine Befürworter. Beim negativen Schall kann die Katze trotzdem die Krankheit vererben, wenn sie genetisch vorhanden, aber noch nicht offensichtlich ist. Beim negativen Gentest ist dieses Risiko für die getestete Mutation nicht vorhanden. Nun gibt es vielfach auch die Ansicht, der Gentest wäre sinnlos bzw. überflüssig, weil es ja über 150 Gene gibt, die mit HCM in Zusammenhang gebracht werden könnten. Außerdem gibt es Auslöser, die nicht genetisch bedingt sind. Gerade für die Maine Coon ist aber überwiegend die Mutation A31P (HCM1) relevant, welche für rund 80% der HCM Erkrankungen bei der Coonie verantwortlich ist. Diese Mutation kann man testen. Nicht genetische Ursachen testet der Gentest natürlich nicht, diese sind aber auch nicht vererbbar. Es macht für mich keinen Sinn, die Aussagekraft des Testergebnisses zu schmälern, indem man 100% Sicherheit durch die möglichen genetischen Anlagen teilt und somit auf eine Aussagekraft von unter 1% herunterrechnet. Ich habe mit dem Test eine rechnerische Zuverlässigkeit von 80%, dass meine negativ getestete Katze keine HCM bekommen wird, mehr ist nach heutigem Stand der Wissenschaft nicht möglich. Das Verdrehen der Tatsachen macht nur Sinn, wenn man selber HCM heterozygote (mischerbige, HCM/N), oder gar homozygote (reinerbige, HCM/HCM) Tiere in der Zucht hat (was in den meisten Zuchten der Fall ist) und für sein eigenes Gewissen und für die Kittenkäufer einen Vorwand braucht, warum das in Ordnung ist. Wir erinnern uns, die reinerbige Katze vererbt die Krankheit zu 100%, die mischerbige immer noch zu 50%! Verpaare ich mischerbig mit n/n habe ich noch 25% möglicherweise gengeschädigte Kitten! HCM ist nicht rezessiv, es reicht also die einfache (heterozygote) Anlage, damit die Erkrankung zum Vorschein kommen kann. KANN, nicht MUSS. Es gibt HCM positive Katzen, die nie im Leben pathologische Symptome entwickeln. Reinerbigkeit scheint allerdings das Risiko des Erkrankens deutlich zu erhöhen, wie auch die sehr früh diagnostizierten Fälle bei Katzen unter einem Jahr fast ausschließlich reinerbige Katzen sind. Seltsamerweise sind es oft gerade die Züchter der sehr großen Maine Coon Exemplare, die den Gentest vehement ablehnen, wie die Katze um den heißen Brei herum schleichen um sich aus der Affaire zu ziehen, und mit wohlklingenden Worten verdrehte Argumentationsketten liefern und ausschließlich den Schall zur Diagnose nutzen. Warum wohl? Evtl. weil es durchaus einen Zusammenhang zwischen den auf Maximum hochgepushten Katzen und dem gehäuften Auftreten von HCM gibt? Ich hatte selber noch NIE eine HCM positive Katze in normaler Größe, wohl aber eine (dazu gekaufte) in XXL, die aufgrund dessen leider (für mich) nicht zuchttauglich war. Und weil es nicht nur mir so geht, sondern ich dieses Phänomen auch in befreundeten Zuchten feststellen konnte, lehne ich die Zucht mit XXL Coonies ab! Wer einen 15 Kilo Kater sucht, kann von mir aus gerne wo anders hin gehen, Interessenten, denen das beeindruckende Gewicht ihrer Katze wichtiger ist als ihre Gesundheit, sind bei uns fehl am Platz und unerwünscht. Ich finde sie auch schön, diese Mega-Katzen, ganz klar. Aber ein gesundes Katzenleben ist mir doch wichtiger als die zweifellos beeindruckende Optik. Ich denke aber, ein Kater mit 8 - 10 Kilo ist auch schon ein imposantes Wesen und groß genug. Vertretern der Zucht mit HCM Trägertieren möchte ich §11b Tierschutzgesetz ans Herz legen, wonach Verpaarungen, bei denen mit der Schädigung der Nachkommen zu rechnen ist, verboten sind! Das betrifft nicht nur weiße Katzen mit erhöhtem Taubheitsrisiko, oder Nacktkatzen ohne Schnurrhaare, sondern auch die fahrlässige oder vorsätzliche Zucht mit pathologisch gengeschädigten Tieren. Leider ist die Mutation inzwischen in der Maine Coon Population durch den viel zu begrenzten Genpool derart häufig, dass ein sofortiges Ausscheiden aller Trägertiere evtl. den Zusammenbruch der Maine Coon Zucht an sich bedeuten würde. Es sind nun die Züchter in der Pflicht, für Auswege aus der Sackgasse zu sorgen und frisches Genmaterial OHNE die Mutation aufzubauen, bzw. Nachwuchs aus mischerbigen Verpaarungen zu testen und nur mit "sauberen" Tieren weiter zu züchten, damit das Problem langfristig eliminiert werden kann. Auch wenn das bedeutet, dass die nächsten Generationen mehr dem Urtyp, und weniger dem aktuellen Trend entsprechen. Sonst steht diese wunderbare Rasse vor dem Ende, denn dann wird in naher Zukunft das Tierschutzgesetz greifen und die Zucht der Maine Coon wird als Qualzucht eingestuft und somit verboten! Das ist mit ein Grund, aus dem unsere Zucht KEINEN Wert auf das derzeitige, vermeintliche Top-Genmaterial vieler führenden (den so genannten "alten") Linien legt. Dass nahezu ALLE bei Zurückverfolgung des Stammbaums ganz am Anfang der Aufzeichnungen (im aktuellen Stammbaum nicht mehr ersichtlich) mehrfach die Vollgeschwisterverpaarung von Heidi Ho`s Andy Katt und Britney Katt haben ist ein weiterer Grund. Ich freue mich zu sehen, dass inzwischen einige, auch namhafte, Catterys bestrebt sind, das Problem HCM anzugehen und hier schon erste Erfolge zu verzeichnen sind. Ein wichtiger Hinweis für das Vorhandensein einer HCM sind abnormale Herzgeräusche. Diese kommen bei vielen, aber nicht bei allen HCM Katzen vor. Unsere Katzen werden jährlich per Auskultation cardiologisch untersucht. Ein unauffälliger Befund muss nicht zwangsläufig heißen, dass keine HCM vorliegt. Ein auffälliger Befund jedoch ist niemals nur Zufall, sondern hat immer eine Ursache, der auf den Grund gegangen werden sollte. Voraussetzung für verwertbare Ergebnisse ist bei der Auskultation ein geschultes Ohr, welches normale Herztöne von auffälligen Herzgeräuschen unterscheiden kann. Bei einer Katze mit auffälligem Herzgeräusch sollte zur Klärung ein Ultraschall gemacht werden. Alle unsere Zuchtkatzen sind genetisch frei von der krank machenden Mutation und entweder selber getestet, oder stammen von getesteten Katzen ab. Geschallt wird bei uns auch, allerdings "nur" von unserem Haustierarzt, nicht vom Cardiologen, was heißt, der Schall gilt offiziell genau genommen nicht, weil er nicht von einem zertifizierten Fachmann gemacht wurde. Nachdem ich aber von den Fähigkeiten meines Tierarztes überzeugt bin, reicht mir persönlich das.

 

Was ist aber dann mit den Studien, werden manche fragen. Studien, die besagen, das alleinige Non plus Ultra läge im Schall, und der Gentest wäre fragwürdig? Hier sollte stets auch hinterfragt werden, WER DIE STUDIE BEZAHLT, welche Lobby hinter gewissen Veröffentlichungen steht, und wie und von wem die Resultate interpretiert werden. Es liegt in der Natur der Sache, dass der Auftraggeber das Ergebnis erhält, das für ihn wünschenswert ist, die Parameter werden schon im Vorfeld dahingehend navigiert. Wer darauf verzichtet, das Thema eigenständig zu durchdenken, Hintergründe mit ein zu beziehen, und seine eigenen Schlüsse zu ziehen, der wird vermutlich auch den vollmundigen Wahlversprechen unserer Politiker, oder den fragwürdigen Schlagzeilen in der bekannten Tageszeitung die keiner liest (aber jeder weiß was drin steht) Glauben schenken. Das Thema HCM sorgt regelmäßig für Zündstoff in verschiedenen Personenkreisen, vor allem bei Züchtern untereinander. Ich bin nicht bereit, meine Ansicht darüber zu diskutieren, es liegt mir aber fern, Personen mit anderer Meinung anzugreifen, wie das in der Züchtergemeinde allgemein üblich ist. Gerade Züchtern ist viel daran gelegen, die Aussagekraft des Schalls zu bevorzugen, denn dann können viele Trägertiere jahrelang als unauffällig in der Zucht behalten werden und viele hübsche, aber möglicherweise kranke Babys produzieren. Es ist übrigens nicht korrekt, eine negativ geschallte Katze als n/n zu bezeichnen. Lediglich "negativ geschallt" darf dann verwendet werden. Denn n/n kann nur der Genetest bestätigen (n steht für normal, also Wildtyp, und es ist jeweils ein Alleel von der Mutter und eins vom Vater vorhanden, darum muss zwei mal n stehen um den Nachweis zu haben, dass der Gendefekt nicht im Körper vorhanden ist. Sagt ein Züchter, seine Katzen sind n/n, lassen sie sich dafür Nachweise zeigen. Gibts keine, ist die Katze in der Regel auch nicht n/n. Nachkommen von zwei n/n Elterntieren sind immer auch n/n, die Befunde der Eltern sind also durchaus ausreichend, sogar die der Großeltern, falls von allen vorhanden.

 

Der Cardiologe verdient an jeder einzelnen Zuchtkatze, die bei ihm jährlich geschallt wird, während ihrer Zuchtlaufbahn mindestens 1000 Euro. Die Cardiologen haben ein relativ großes Einzugsgebiet, denn sie sind eher dünn gesät. Fallen dem Cardiologen (bzw. Tierarzt) 100 Zuchtkatzen als regelmäßige Kunden aus, weil sie n/n gengetestet wurden, verliert er dadurch 100.000 Euro! Der Schall bietet jährlich ein Millionenpotenzial für "die Fachleute", es ist natürlich in deren Interesse, die Notwendigkeit mit (natürlich unabhängigen *grrrr*) Studien zu belegen. Es gibt auch andere Studien, die zu völlig anderen Ergebnissen kommen, z.B. die der Labore (wobei natürlich auch das Labor das Interesse hat, Tests durchzuführen, ganz klar). Ich kann als Züchter keine Garantie geben, dass unsere Abkömmlinge niemals eine HCM entwickeln werden, genau wie ich nicht garantieren kann, dass sie niemals in ein Auto laufen oder sich kein Bein brechen. Ich kann nur versuchen ein Maximun an Sicherheit mit Hilfe der Gentests zu erzielen. Auch unsere Katzen werden geschallt. Aber nicht aus zuchttechnischen Gründen, sondern um auch eine im Lauf des Lebens evtl. aus anderen Gründen entstehende Herzerkrankung frühzeitig erkennen zu können. Genauso lassen wir auch andere Organe gelegentlich überprüfen. Dies ist aber Teil der Gesundheitsvorsorge für meine Katzen und hat nichts mit der Zucht an sich zu tun, deshalb werde ich das auch nicht groß als Werbung auf die HP stellen sondern erwähne es hier nur für die ständigen Stänkerer, die immer das Haar in der Suppe suchen und sich freuen wie ein Schnitzel wenn sie meinen, jemandem mit ihrem aus dem Netz gezogenen Halbwissen auf die Zehen steigen zu können.

 

Den Test auf SMA (spinale Muskelatrophie) halte ich für weniger relevant, da SMA anders als HCM auch nur bei reinerbigen Tieren auftritt (rezessiv) und mischerbige Tiere nicht erkanken. Getestet wurden unsere vergangenen, aktuellen und künftigen Deckkater Tapsy, Angelo, Jamie, Rocco, Falco und Chio, alle sind n/n, haben also den Gendefekt nicht, somit erübrigen sich derzeit Tests bei den Mädels.

 

PKD (polyzystische Nierenerkrankung) ist eigentlich eine typische Perser-Krankheit die dort bei ca. 25% der Katzen auftritt und für das frühzeitige Versterben der Katzen (insbesondere Kater) an Nierenversagen verantwortlich ist. Durch frühere, offenbare oder heimliche, Perser-Einkreuzungen wurde PKD inzwischen auch in der Maine Coon Population festgestellt. Getestet wurden Deckkater Virgin und Chio, Ergebnis n/n, wobei dieser Test m. E. n. wenig Sinn macht, denn er ist nur für perserartige Katzen validiert und somit würde ein positives Ergebnis nicht nur die Erkrankung, sondern auch eine Persereinkreuzung belegen, was ich aber erst NACH dem Test kapiert hab. Für die Rasse Maine Coon ist ein solcher Test noch nicht vorhanden. Selbst eine Maine Coon mit PKD würde beim Test vermutlich als sauber durch gehen, weil sie eben halt keine Perser ist und der Test nur bei Perserartigen einwandfrei funktioniert.

 

Alle unsere Katzen sind frei von PL (Patella-Luxation, bzw. heraus springende Kniescheiben).

 

FeLV, FiV, FPV, FHV usw. testen wir gelegentlich in Stichproben, bisher immer negativ. Zufällige Auswahl der Testkandidaten. Letzte Testreihe aufgrund Neueinstiegs demnächst in die Zucht an Hushpaws Macchiato (Chio) im März 2017. Chlamydien PCR negativ. Herpes PCR negativ. Calicivirus PCR negativ. Bordetella PCR negativ. Parvo PCR negativ. Gentests Chio (PCR): HCM1 n/n, PKD n/n, PK-Def. n/n, SMA n/n, Blutgruppe A (normal), Glycogenspeicherkrankheit n/n, HCM2 n/n, PRA n/n.

 

Wir beginnen jetzt, auch die noch wenig bekannte Genmutation PK (Pyruvatkinase-Defizienz, genetisch bedingte Anämie) zu testen. Eine Katze nach der anderen, die Testerei ist nicht ganz preiswert. PK-Def. tritt nur bei Reinerbigkeit (Tier homozygot, pk/pk) in Erscheinung (autosomal rezessiv). Einfache Träger (Tier heterozygot, n/pk)) der Anlage erkranken nicht. Dieser Gendefekt ist noch nicht ausreichend erforscht, nachweisbare Aussagen zu Langzeit-Auswirkungen können noch nicht getroffen werden. So kann z. B. auch noch nicht gesagt werden, wie alt eine reinerbige PK-Def. Katze voraussichtlich werden wird, ob und wann die Krankheit offensichtlich werden wird, und ob, oder wie stark, bzw. in welcher Form überhaupt die Lebensqualität des Tieres eingeschränkt sein wird. Bei ettlichen Exemplaren wird vermutlich niemals auffallen, dass sie nicht ganz gesund sind, ansonsten ist mir unbegreiflich, warum diese Erkrankung erst neu gefunden wurde, und nicht schon seit Jahr(zehnt)en bekannt ist. Denn Trägertiere gibt es offensichtlich rasseübergreifend weit mehr als ursprünglich angenommen, von Einzelfällen kann nicht mehr ausgegangen werden. Aufgrund der noch völlig fehlenden Daten erscheint mir derzeit eine sofortige und rigorose Entfernung aller PK-Def. Trägertiere aus der Zucht übereilt, zumal in diesem Fall auch durch gezielte Selektion des Züchters die wenig auffällige PK-Def. in wenigen Generationen schadlos aus einer Zucht eliminiert werden kann, ohne weiteres, wichtiges Genmaterial der möglichen Trägertiere ersatzlos zu verlieren. Ein Trägertier sollte allerdings nur mit einem Nicht-Träger angepaart werden, um ein Risiko für die Kleinen an PK zu erkranken auszuschließen.

 

Bei uns wird nicht grundsätzlich jede Katze auf alles getestet, es muss schon auch Sinn machen. Es macht z.B. keinen Sinn, die Nachkommen von HCM n/n Elterntieren auf HCM zu testen, denn diese können genetisch nichts anderes als n/n sein. Wann welcher Test im Interesse meiner Zucht Sinn macht, und wann nicht, entscheide ich nach freiem Ermessen. Konstruktive Kritik nehme ich gerne an, vorausgesetzt, dahinter steht eine unwiderlegbare Argumentationskette. Aus dem Internet gezogenes Halbwissen, persönliche Vorlieben oder hochmoralische Ansprüche, die von 99 % der Menschheit selber nicht erfüllt werden können, reichen mir als Argument allerdings nicht. Auch ich bin nur Mensch und Menschen machen Fehler. Im Sinne der Zucht garantiert nicht mit Absicht. Dennoch ist der Weg der Zucht ein immer währendes dazu lernen und der Weg ist nie zu Ende, es ist also durchaus möglich, dass sich die Ansichten eines Züchters zu bestimmten Themen im Lauf des Wissenszuwachses und evlt. neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse im Lauf der Jahre verändern.

 

Insgesamt sind alle Testergebnisse, außer den Gentests welche dauerhaft Bestand haben, immer nur Momentaufnahmen vom Zeitpunkt der Probenentnahme. Was genetisch getestet wurde kann ich garantieren, Infektionskrankheiten, Keime, Viren, Bakterien, Parasiten aller Art, bzw. das Fehlen dieser, kann ich NICHT garantieren, denn ich bin kein Hellseher. Ich kann heute nicht sehen ob mir der Besucher von gestern oder die von der Katze gefressene Mücke einen Keim mit ins Haus gebracht und auf ein Tier übertragen hat, dieses Risiko ist einfach nicht ausschließbar. Mensch und Tier leben mit einer Vielzahl an Keimen in Harmonie, ohne Bakterien wären wir z.B. überhaupt nicht lebensfähig. Es kann aber auch passieren, dass ein Keim welcher Art auch immer ein einzelnes Tier krank werden lässt. Dies sollte jedem Käufer eines Lebewesens bewusst sein. Ist man nicht bereit dem Leben Leben zuzugestehen, sollte man von der Anschaffung eines Haustieres absehen und statt dessen lieber auf desinfizierbare oder bei Kochwäsche waschbare "Hausgenossen" setzen. Mit dem Kauf eines Haustieres erwirbt man kein Anrecht auf Perfektion, perfektes Leben kann man nicht erkaufen. Wir Züchter tun unser Bestes, gesunde, starke Tiere abgeben zu können. Und meistens gelingt uns das auch. Eine 100% Quote schafft aber kein Züchter auf Dauer. Genau wie kein Arzt jede Krankheit heilen, oder keine Hebamme nur gesunde Kinder auf die Welt holen kann. Keiner sagt dann, das ist die Schuld des Arztes oder die Schuld der Hebamme. Aber der Züchter ist immer schuld wenn ein Tierchen nicht lebenslang perfekt ist :) Warum? Weil man für das Tier ja schließlich Geld bezahlt hat. Merkt ihr was?

 

Wer sich selbst eine wissenschaftlich fundierte Meinung bilden will, anstatt dem einen oder anderen Internet-Geschwafel zu folgen, dem möchte ich folgende PDF Datei ans Herz legen. Dies ist die sachlichste und aussagekräftigste Schilderung der Thematik die ich bisher im Netz gefunden habe.

 

https://www.google.de/search?q=Gastroschisis%2C+Katze&oq=Gastroschisis%2C+Katze&aqs=chrome..69i57.5543j0j7&sourceid=chrome&ie=UTF-8

 

 

Ein persönliches Wort:

Nachdem wir Züchter regelmäßig wieder in diversen Foren und Gruppen von sogenannten Tierschützern angegriffen und für sämtliches Elend der Welt verantwortlich gemacht werden, möchte ich mich gerne auch dazu äußern. Man wirft uns vor, ständig Nachschub zu "produzieren" wo doch die Tierheime voll von hilfesuchenden Katzen sind. Unsere Katzen würden diesen armen Tieren den Platz in einem guten Zuhause weg nehmen. Was ihr vergesst, liebe Stalker (nach all den Jahren würd ich euch echt vermissen wenn es euch plötzlich nicht mehr gäbe), ist, dass wir Züchter (planlose Vermehrer sind etwas anderes) unser Hobby aus Liebe zur Katze betreiben. Das betrifft nicht nur unsere eigenen Katzen, sondern diese entzückenden Fellknäuel im Allgemeinen. Viele von uns schlagen sich die Nächte um die Ohren bei diversen Tierhilfeaktionen, auch ich habe mich schon mehrfach in rechtliche Grenzbereiche begeben in Kooperation mit Tierhilfen und Anzeigen in Kauf genommen. Viele von uns haben Quarantänebereiche und nehmen kurzfristig Katzen in Not in Pflege, stellen unser Wissen zur Verfügung, sponsern Pflegestellen, keiner (ok, fast keiner) von uns fährt an einer hilflosen Katze (oder auch einem Hund) auf der Straße vorüber ohne sich um sie zu kümmern, auch auf eigene Kosten. Ich bin nicht für das Elend der Welt verantwortlich, den Schuh zieh ich mir nicht an. Moralisch verantwortlich bin ich nur für die Nachkommen aus meiner Hand. Diese werden bei mir immer wieder ein Zuhause finden, wenn sie das ihre aus irgend einem Grund verlieren, das ist auch vertraglich geregelt. Die Frage ist, wie könnte man das Problem der Tierheimkatzen langfristig lösen, da bin ich mit euch völlig konform. Es wäre so einfach. Kastrationspflicht für alle nicht-Zuchtkatzen. Die Katze kann nur noch vom eingetragenen Züchter gekauft werden, welcher gesetzlich zur Rücknahme seiner Abkömmlinge verpflichtet wäre. Wie viele Katzen kommen dann noch ins Tierheim? Richtig, gar keine, außer kurzfristig bei welchen die ausgebüchst sind. Jeder hätte die Möglichkeit sein Tier zurück zu geben, keines müsste mehr ausgesetzt oder aus dem Haus gesperrt werden wenn es nicht mehr erwünscht ist. Gleichzeitig würde den schwarzen Schafen unter uns, welchen das Schicksal ihrer Babys nach Abgabe am A... vorbei geht, das Handwerk gelegt, denn Rückkehrer gibt es immer wieder, dem muss man als Züchter auch erstmal gerecht werden können, bzw. wollen. Wir hatten allein im Sommer 2015 drei Rückkehrer, die ihr Zuhause wegen Trennung/Umzug mit Katzenhalteverbot in der neuen Wohnung verloren haben. Alle kamen zurück zu mir (wenn ich auch einer erstmal hinterher laufen musste, nachdem ich sie im Internet inseriert gefunden habe). Eine weitere habe ich aus schlechter Haltung zurück geholt. Mein Wissen aus langjähriger Katzenzucht und meiner (teuren) Ausbildung zur Tierheilpraktikerin stelle in der Regel hilfesuchenden Menschen und deren Miezen kostenlos zur Verfügung, ganz einfach weil ich es KANN und helfe wo ich KANN. Ich lasse mir von niemandem vorwerfen, für Katzenelend verantwortlich zu sein denn ich tu was mir möglich ist für alle Katzen, nicht nur für die meinen. Und das ist vermutlich weit mehr, als die meisten scheinheiligen Weltverbesserer zustande bringen, die in der Regel außer Mund aufreißen und gutem Willen nicht viel zu bieten haben. Es macht einen auch noch lange nicht zum Messias, eine Katze aus dem Tierheim aufgenomen zu haben.

 

Ja, ich bin Züchter, mit Leib und Seele, ja, wir haben nicht nur ab und zu sondern regelmäßig Nachwuchs, denn meine Zucht ist im Lauf der Jahre stetig gewachsen und ich liebe dieses Gewusel um mich herum. Und nein, ich schäme mich ganz und gar nicht dafür, im Gegenteil, ich bin stolz auf meine Bärchen und freue mich über jeden glücklichen Kittenkäufer. Und nein, ich entschuldige mich auch nicht dafür, dass unsere Kitten einen marktüblichen Preis haben. Ich mache keine Kostenrechnung auf, denn dafür seh ich keinen Grund. Ich muss den Preis meiner Kleinen nicht rechtfertigen. Der ist wie er ist, fertig. Kein Bauer muss sich für den Preis seiner Milch oder seiner Schnitzel rechtfertigen und dem Käufer erklären, woraus sich dieser errechnet. Er leistet gute Arbeit, er hat sich seinen Lohn dafür verdient. Das tun wir Züchter auch. Verdienen wir an unseren Katzen? Ja natürlich tun wir das, die weit verbreitete Draufzahlrechnung vieler Züchter ist mir zu scheinheilig und auch ganz einfach gelogen. In den ersten Jahren überwiegen zwar oft die Kosten, zumindest wenn man bereit ist in alles Wichtige zu investieren, dann aber bleibt in der Regel durchaus etwas "hängen", obwohl man auch in der Lage sein muss, auch mal ein halbes Jahr in den Miesen überbrücken zu können. Der Züchter hat kein regelmäßiges, bzw. planbares Einkommen. Mal hat er eins, mal hat er keins, mal zahlt er drauf. Sich darauf zu verlassen als Einkommen welches zum Lebensunterhalt benötigt wird, wäre ein katastrophaler Fehler! Darum muss man sich eine Zucht leisten können. Bitte denkt nicht, ihr könnt mal eben zwei Katzen und einen Kater kaufen, "Züchter" sein und euch ein gutes Einkommen sichern. Der Schuss geht früher oder später IMMER nach hinten los. Zur Zucht gehört weit mehr als das Halten von Rassekatzen die miteinander Nachwuchs bekommen und man ist noch lange kein Züchter, nur weil man Kitten im Haus hat.